Werbewirksame Layouts aus Kundensicht

Ein Design kann spannend, farbenfroh, aufwendig, detailverliebt, stilvoll und mehr sein. Aber ist es auch werbewirksam? Ist es für Ihre Zielgruppe sichtbar und perfekt abgestimmt?

Sie gestalten nach bestem Gewissen und meinen, alles berücksichtigt zu haben. Vermitteln komplexe fachliche Kompetenz, um die Kunden zu beeindrucken. Verwenden ein Farbenmeer, um sich von der Masse abzuheben. Leider falsch gedacht!

Ihre und unsere Meinung zählt nicht – Nur die Wahrnehmung Ihre Zielgruppe entscheidet über Erfolg oder Fehleinschätzung.

In beinahe 20 Jahren Berufserfahrung durfte ich erfolgreiche und weniger werbewirksame Projekte begleiten. Ich möchte Ihnen gerne die häufigsten Fehler aufzeigen und die passenden Lösungsansätze vermitteln.

Die angeführten Beispiele beziehen sich auf Werbebotschaften mit begrenzten Sichtkontakt-Zeiten, vorwiegend im Außenbreich (Werbebanner, Werbeschilder, Werbeflächen, Fahrzeugbeschriftung, etc.) Die meisten Punkte besitzen allerdings allgemeine Gültigkeit.

1. Inhalt im Überfluss – Den Wald vor lauter Bäume nicht sehen

Menschen sind lesefaul! Anstatt Produkttexte zu lesen, haben wir gelernt, relevante Inhalte zu scannen. So werden beim “Überfliegen” Kundenvorteile übersehen, oder noch schlimmer, der viele Text und die Informationsflut erweist sich auf den ersten Blick als mühsame Lese-Aufgabe und wird erst gar nicht beachtet.

Wählen, bzw. reduzieren Sie Textemengen bis Ihre Kern-Botschaft innerhalb von 1,5 Sekunden klar verstanden wird. Mit nur einem Blick entscheidet Ihre Zielgruppe, ob Sie Ihnen einen Mehrwert bietet.

2. Kleine Textgrößen

Kleine Texte wirken im vorbeifahren verschwommen und unleserlich. Unser Gehirn hat gelernt – schwierig zu lesende Texte führen in der Regel zu Augen- und Kopfschmerzen. Also besser schnell “wegschauen”. Hinweis: Der Probedruck auf einem A4-Papier ist bei Werbeprodukten mit großen Betrachtungsabständen nicht aussagekräftig.

Achten Sie beim Textlayout auf die richtige Größe. Schätzen Sie den Betrachtungsabstand richtig ein. Im Zweifelsfall lieber größer als zu klein wählen. Ziehen Sie auch die schnellen Blicke von vorbeifahrenden Autos und Radfahrern in Betracht.

3. Der fehlende Mehrwert

Warum soll sich der Kunde für Ihr Angebot, und nicht das des Mitbewerbs, entscheiden?

Ganz einfach – geben Sie Ihrer Zielgruppe einen gewinnbringenden Grund. Bewerben Sie Ihren besonderen Mehrwert und hinterlassen Sie so ein kräftiges Kaufargument.

4. Zu verwirrend

Drei verschiedene Schriftarten in drei unterschiedlichen Größen, kombiniert mit vier verschiedenen Farben. Unser Gehirn ist stets bemüht, relevante Themen zu priorisieren und somit die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit dieser Reizüberflutung fällt eine Fokussierung schwer und führt zu einer ablehnenden Verwirrung.

Zwei bis max. drei Farben sind in der Regel vollkommen ausreichend. Erzeugen Sie sogenannte Farbharmonien, indem Sie Farbtöne aufeinander abstimmen, z.B. Rot/Orange oder Mittelblau/Hellblau, etc.
Verwenden Sie wenn möglich nur eine Schriftart. Schriftarten für den professionellen Gebrauch bieten mit Ihren Formatierungs-Optionen (Light, Medium, Bold, ExtraBold, etc.) genügend Design-Möglichkeiten. Auch bei der Anzahl verschiedener Schriftgrößen gilt: “weniger ist mehr”.

5. Kreuz und Quer – das ist richtig schwer

Bei unregelmäßig verteilten Inhalten verlieren wir schnell den roten Faden.

Strukturieren Sie Ihre Inhalte auf eine einfache und lesefreundliche Art. Achten Sie auf Bündigkeiten und genügend Freiräume, um die visuelle Wahrnehmung zu vereinfachen.

6.  Zu viele Leistungen – Viele Köche verderben den Brei

Um die Zielgruppe optimal zu bedienen, sind viele Unternehmen versucht, alle Produkte und Kaufargumente auf einmal zu präsentieren. Der Topseller, der den Kunden zum handeln verleitet, ist dadurch aber noch kaum wahrnehmbar.

Legen Sie den Fokus auf ein Kernthema und geben Sie ihm die Alleinstellung und Präsenz, die es braucht.

8. Fachchinesisch

Sie verfügen über ein profundes Fachwissen und wollen mit Fachausdrücken punkten. Fragen Sie sich bitte vorher, ob Ihre Zielgruppe über die selbe Fachkompetenz wie Sie verfügt.

Schreiben Sie besser in einer einfachen und verständlichen Sprache.
Mein Tipp: Holen Sie sich Feedback von Personen ohne Branchenbezug.

9. Wer hat’s erfunden?

Vergessen Sie nicht, Ihr Logo und Kontaktmöglichkeiten prominent einzubauen. Vor lauter Bildern und Produktvorteilen bleibt oftmals nur ein begrenzter Platz für das Firmenlogo. Der Kunde soll bitte sofort erkennen, an wen er sich im Bedarfsfall wenden kann.

Der Experten-Tipp

Abschließend möchte Ich Ihnen noch helfen, wie Sie die Gewichtungen aller Inhalte, aus Sicht des Kunden besser einschätzen bzw. ermitteln können.

So geht’s: Drucken Sie das Layout auf einen A4-Zettel und halten es sich vor geschlossenen Augen. Öffnen Sie nun Ihre Augen und versuchen Sie innerhalb von 1,5 Sekunden Ihre Kernthemen zu erkennen.

Eine professionelle Unterstützung zu Design- und Marketing-Fragen macht oft den entscheidenden Unterschied aus. Wir sind ein Partner mit beinahe 20 Jahren Erfahrung und werden auch Sie bestimmt gewinnbringend unterstützen.

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